Nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit setzte Christoph Säger den Schlusspunkt. Unerwartet deutlich mit 3:0 (25:20, 25:18, 25:15) fegte der VC Potsdam-Waldstadt den Stadtrivalen USV vom Platz. Gut 250 Zuschauer staunten am Samstagabend in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee nicht schlecht, weil sich die Serie spannender Derbys in der Volleyball-Regionalliga nicht fortsetzte. Mitte des ersten Satzes hielten die „alten Herren“ vom USV noch gut mit, danach wurde es eine ziemlich einseitige Partie. „Ich war vor dem Derby schon etwas nervös“, gestand Waldstadts neuer Trainer Martin Rosseck. „Der Funke ist aber von den Rängen schnell übergesprungen. Wir haben von Risikoaufschlägen auf taktische Aufschläge umgestellt, der Block war gut und in der Annahme habe ich nur einen einzigen Fehler registriert“, lobte er seine Mannen, von denen Jakob Violet und Erik Weber noch herausragten.
Während die Waldstädter nach dem dritten Saisonerfolg in Serie mit stolzer Brust Freudensprünge vollführten, versuchten sich die USV-Herren beim Ballspiel mit ihren Kindern abzulenken. Andreas Scheuerpflug (43) gab zu: „Irgendwie haben wir ganz schlecht ins Spiel gefunden. Das war überhaupt nicht unser Tag. Gerade im Derby ist das enttäuschend. Nun haben wir eine gute Motivation für das Rückspiel.“ Lars Hurtig (41) anerkannte neidlos: „Waldstadt war in allen Bereichen besser, ob Block, ob Angriff, ob Annahme – wir hatten nichts entgegenzusetzen. Uns fehlte die Spritzigkeit.“ Auf das Alter wollte er das aber nicht schieben. Immerhin hatte der USV ja zu Saisonbeginn „Blutauffrischung“ aus der zweiten Mannschaft der Waldstädter erhalten.
Zum Beispiel durch Christian Burkhardt. Der 24-Jährige war nach der klaren Niederlage umso enttäuschter: „Das hatten wir uns anders vorgestellt.“ Trotzdem herrschte hinterher keinerlei Feindseligkeit: „Wir verstehen uns alle gut. Für mich war es letztlich ein großes Erlebnis, endlich mal bei diesem Prestigeduell selbst mitgespielt zu haben. Es macht riesigen Spaß mit dieser Mannschaft anzutreten. Aber wir haben noch einiges zu tun. Die Waldstädter waren einfach schon besser eingespielt“, analysierte Burkhardt.
Auf den neuen USV-Trainer kommt nach der zweiten Saisonniederlage ergo eine Menge Arbeit zu. Thomas Krüger resümierte: „Wir hatten uns mehr vorgenommen. Doch während sich unsere Fehlerquote erhöhte, spielten sich die Waldstädter regelrecht in einen Rausch. Da war nichts zu machen. Wir sind offensichtlich noch in der Findungsphase. Acht Wochen Training können die Wettkampfbelastung nicht simulieren. In Wriezen zum Saisonstart sah das schon mal ein wenig besser aus.“ (Von Peter Stein)
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de