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Bärenjagd in Potsdam

Bärenjagd in Potsdam

Die Zeichen standen schlecht. Das Spiel verlegt auf Sonntag Nachmittag, mit Andreas Scheuerpflug und Andreas Jurisch fehlten zwei wichtige Leistungsträger und als Gegner wartete mit TKC Wriezen eine gleichermaßen ambitionierte wie siegeshungrige Truppe, die im Schnitt gut 10 Jahre jünger ist als der USV. Aber man sollte das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Nachdem der USV das Hinspiel in Auswährtsfahrt-Resterampen-Besetzung mit 1:3 abgegeben hatte, behauptete der mit dem Spielbericht beauftragte Autor (Name der Red. bekannt) ja noch selbstbewusst, dass gegen unsere aufstrebenden Oderbruch-Auenländler „nach der Saison 4:3 Sätze für den USV stehen werden“. Wie dies ob der Vorzeichen gelingen sollte gegen eine Mannschaft, die als Tabellenzweiter mit Personal- und Finanzstärke in die neue 3. Liga strebt, blieb das vorläufig große Geheimnis der Postdamer.

Der Gastgeber startete nichtsdestotrotz tiefenentspannt in das nachmittägliche Sportereignis. Während die USV-Mannen noch das Feld aufbauten und das organisatorische Drumherum herrichteten, waren die Wriezener schon bei Erwärmung, Mobilisation und Stabilisation in Formvollendung zu bestaunen. Wie gesagt, die Zeichen standen schlecht. Aber der Problembär USV war nicht gewillt, sein Fell widerstandslos herzugeben. So übernahm man mit Spielbeginn die Initiative und auch die Führung dank guter Block- und Angriffsarbeit. Erst Mitte des Satzes musste man sich kurz Sorgen um den Satzgewinn machen, aber das vorübergehende Aufbäumen des TKC fand ein ebenso jähes Ende wie der Satz (25:20). Satz 2 folgte dem Muster seines erfreulichen Vorgängers. Der USV von Beginn an vorn fand auf jede Wriezener Frage die passende spielerische Antwort. Auch die verletzungsbedingte Auswechslung des bis dahin blockstarken Martin Grohs konnte den Spielfluss nur kurz stoppen. Dankend ging man mit 25:23 in den Wechsel.

2:0 - da bin ich ja pünktlich zum Sonntagskaffee bei Oma und Opa, dachte sich sowohl mancher Protagonist als auch Zuschauer. Und weiter: Aber man sollte das Fell des Bären nicht verteilen,... So begann der dritte Satz mit einer üBÄRraschenden Premiere: Wriezen ging erstmals im Spiel in Führung. Das diese in einem deutlichen 18:25 Satzgewinn gipfelte, verdankte der Gast einer Reduzierung seiner Eigenfehler und dem vermehrten „Bedürfnis“ des USV, die Qualität des TKC-Blocks erfolgreich zu prüfen. Böse Zungen behaupteten, dass den USV-Granden die Bärenkräfte langsam ausgingen. Aber man sollte das Fell …, ach lassen wir das. Im vierten Satz war der USV wieder Herr (oder Bär) des Geschehens. Die Blockstärke von Beginn des Spiels wiederentdeckt und einige mit intensiver Abwehrarbeit erarbeitete Punkte sorgten für eine zwischenzeitliche 15:10 Führung. Der Konter des TKC folgte auf dem Fuße und bei 16:16 fürchtete manch Zuschauer schon um den USV und das pünktliche Kaffeekränzchen. Doch der Bär USV parierte die Attacke, machte mehrere Punkte in Folge, womit der Widerstand der Gäste gebrochen war. Dieser konnte sich nun auf Diskussionen mit dem Schiedsgericht verlegen, der es ihm zwar nicht mit Punkten dafür aber mit einer gelben Karte dankte. Nach dem 25:17-Schlusspunkt wurde der USV zum Tanzbären und ging fließend in die Sonntagskaffee-Assi-Hopse über und bedankte sich brav beim wie immer reservierten, aber angesichts der untypischen Spielzeit zahlreichen Potsdamer Publikum (Gerüchte sprechen von fast 100).

Besonderer Dank gilt unserem Hallensprecher auf Lebenszeit, Wuesti, der mit seiner brandneuen und hitverdächtigen USV-Dancefloor-Hymne nicht nur für Erheiterung sondern auch einen gehörigen Motivationsschub gesorgt hat. Möge er einen kommenden Klassiker geschaffen haben, von dessen GEMA-Gebühren er den Rest des Lebens in Saus und Braus (zumindest in Rehbrücke) leben kann. Nicht unerwähnt bleiben sollten außerdem die mehr als ansprechenden Leistungen von Außenangreifer Jens Reimann, Mittelblocker Lars Hurtig und Libero Martin Hänel. Bei Wriezen überzeugten vor allem Alt-USV2ler und Gummiwand Matze Lichtenheld sowie Basti Luther als fleißigster Punktesammler.

Fazit: Schon besser als in der Vorwoche, aber immer noch weit entfernt von früherer Routine, reichte dem USV eine durchschnittliche Leistung gegen einen bemühten aber weit unter seinen Möglichkeiten bleibenden TKC Wriezen.

Am nächsten Wochenende reist der USV als inzwischen Tabellenvierter zum Berliner VV. Mit diesen hat man noch ein volleyballerisches Hühnchen zu rupfen, verschenkte man doch das Hinspiel unnötigerweise nach sicherer 2:0 Führung – ohne vorher in Singapur oder bei Ante S. eine Wette zur Aufbesserung der Mannschaftskasse zu platzieren. Ob es dort zum vierten Sieg in Folge reicht, bleibt abzuwarten, da Gerüchte bereits das traditionelle Fehlen diverser Stammspieler bei Auswärtsfahrten mit mehr als 20 Minuten Anreisezeit vorhersagen. Aber - zum versprochen letzten Mal - man sollte das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. (AD)

Viele Grüße
Euer USV

 

Kommentare  

 
0 #4 Wüsti 2012-01-23 10:13
Schön, dass eucg mein Beitrag zum Spiel gefallen hat! ;)
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0 #3 Reimann Jens 2012-01-19 10:23
Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär...
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0 #2 Marte 2012-01-19 10:02
Mario wenn du meckerst schreibt Atti keine Berichte mehr und ihr müsst wieder mit dem Schund aus meiner Feder zufrieden.
Das ich Reimi gefällt habe steht auch nicht im Text !
8)
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0 #1 Mario Kuss 2012-01-18 23:39
Ein super Bericht, aber es fehlen mir die Höhepunkte!!
Es gab ein Mittelblocker der einen entscheidenen Angriff gemacht hat. Dann, das Reimi der aller wichtigste auf dem Feld war und der Zuspieler eine 100% Quote im Angriff hatte!!!!!!!!
Das Fell des Bären wird keiner bekommen, da wir fressen und nicht gefressen werden. Atti du bekommst nach dem Spielbericht nur noch ein unwichtigen Pass oder du bestichst mich vorher und dann bekommst du wieder ein entscheidenden Pass zum Spielgewinn!!!
Danke der Aufmerksamkeit! ! Gruss der Denker und Lenker
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