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Ja ist denn heut schon Weihnachten?

Ja ist denn heut schon Weihnachten?

Das fragten sich die USV-Mannen nach ihrem unerwartet erfolgreichen Gastspiel in Wittenberg. Dabei standen die Zeichen für die Adventsfahrt zum dortigen Vorjahresvizemeister MTV alles andere als auf Sieg. Die mannschaftsinterne Rotation sorgte dafür, dass diverse Leistungsträger (Scheuerpflug, Hurtig, Grohs, Grapenthin und Karohs) durch Abwesenheit glänzen durften/mussten/wollten. Böse Zungen behaupten, dass die Daheimgebliebenen eine bessere Siegchance gehabt hätten. Eine kleine Gruppe Tapferer machte sich also auf den Weg nach Sachsen-Anhalt. Wenigstens den Trainer konnte man an der Abfahrt Klein Marzehns noch einsammeln, verbunden mit der Erkenntnis, dass dort die wahrscheinlich besten Weihnachtsbäume östlich der Elbe zu finden sein müssen, wenn die Weihnachtsvorfreude Autofahrer aus B, LDS, PM und MOL in die dortige Einöde zum Baumkauf treibt. Aber das nur nebenbei - zur Sache.

Wenig überraschend war der Empfang frostig, was nicht am Gegner lag, dem wir in freundschaftlicher Rivalität verbunden sind, sondern an der gewohnt kalten Halle und den tapfer vor sich hinfrierenden Zuschauern. Nach einigen taktischen Winkelzügen fanden sich aus Thommy’s Resterampe Mario Kuss auf Zuspiel, Christian Burkhardt und Björn Bullert auf Außen-Annahme, Jens Reimann und Attila Dahmann auf Mitte und Martin Hänel auf der Liberoposition wieder, unterstützt von den fröstelnden Erik Heidemann und Robert Ließ auf der Ergänzer-Bank. Dem gegenüber stand ein MTV Wittenberg im Vollbesitz seiner personellen Kraft und wild entschlossen, das letzte Tabellendrittel zu verlassen und den USV in der Tabelle zu überflügeln. Aber Wittenberg ist immer für eine Überraschung gut, egal ob für die katholische Kirche oder die heimischen Volleyballer.

Gleich zu Spielbeginn geriet der USV ins Hintertreffen, da der MTV-Block nicht so „klein und schlecht“ war, wie vom USV-Chefanalytiker mit Jura-Examen lautstark postuliert. Reihenweise schlugen die Blocks im USV-Feld ein. Doch man kämpfte sich heran und lag bei 18:17 sogar in Führung und hatte zwei Mal die Chance zum vielleicht satzentscheidenden Punktball. Doch der MTV gewann den Ballwechsel, machte noch zwei Punkte und hatte kurz darauf den Satz mit 25:21 sicher. Den zweiten Satz dominierte dagegen der USV, ging ab Satzmitte dank endlich guter Blockarbeit und präziserer Angriffe deutlich in Führung und brachte den Satz mit 18:25 sicher nach Hause. Nach dem glatten USV-Satzgewinn folgte der übliche Bruch im USV-Spiel und man gab den dritten Durchgang mit 25:23 unnötigerweise ab, womit aber nur die Ouvertüre für einen dramatischen Spielschluss abgeschlossen war. Satz vier wurde zum sportlichen Drama. Beide Mannschaften agierten anfangs auf Augenhöhe. Bis 10:11 machte man sich auf Gästeseite noch Hoffnung auf einen Tie-Break, kurz darauf beim 19:13 für Wittenberg war diese letzte auch gestorben. In der Zwischenzeit musste Robert Ließ auch noch für den angeschlagenen Mario Kuss das Zuspiel übernehmen. Doch der USV in Tateinheit mit Schicksal, Glück, Schiedsrichter und Wittenberger Unvermögen (bei der Gewichtung scheiden sich die Geister) schlug zurück, machte fünf Punkte in Folge und hatte seinen Kampfgeist wieder gefunden. Jubelnd wurde Punkt um Punkt verkürzt und der Satz zum 23:25 Satzausgleich gedreht. So kam der USV überraschend für alle Beteiligte zu einem verfrühten Weihnachtsgeschenk - ohne ein Gedicht aufsagen oder ein Jahr artig sein zu müssen.

Mit einem euphorisierten USV und einem konsternierten MTV ging man in den entscheidenden Tie-Break. Trotzdem startete der MTV entschlossener und spielte sich eine Führung heraus. Doch der USV konnte kontern und ging mit einer 7:8-Führung in den Seitenwechsel. Es blieb knapp, doch Reimann-Block, Bullert-Angriff und endlich auch Jurisch-Punkte brachten den USV dem Gewinnerbier näher. Bei 11:13 und 12:14 stieg noch zweimal der Blutdruck, als die Aufgaben der Herren Reimann und Jurisch im Aus landeten. Aber dann macht unser Kassenwart doch den 15. Punkt und begleitet von ungläubigem Kopfschütteln der Gastgeber und einer doppelten Advents-Assi-Hopse unseres Teams nahm das Spiel ein nicht mehr für möglich gehaltenes Ende .

Fazit 1: Das Spiel hatte alles zu bieten, auch Unvermögen. Es war nichts für Volleyballästheten und zog seinen Reiz vor allem aus dem Kampf. Mit dem USV gewann die glücklichere und vielleicht auch entschlossenere Mannschaft. Lob an beide Teams, die angesichts der Dramatik überaus fair miteinander umgingen. Die sonst üblichen Verbalscharmützel blieben völlig aus, was wohl auch daran lag, dass unser Olympia-Beacher fehlte, und seine traditionelle Auseinandersetzung mit dem MTV-Zuspieler über die technische Regelauslegung beim Zuspiel diesmal ausfallen musste.

Fazit 2: Der USV geht nun mit 10:10 Punkten und wie immer unter seinen eigentlichen Möglichkeiten bleibend in die Weihnachtspause. In den kommenden Trainings- und Weihnachtswochen dürften nun die Fußballfertigkeiten noch einmal geschärft werden, bevor es im ersten Spiel des neuen Jahres gegen die Netzhoppers geht. Allen Fans eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes Wiedersehen zum ersten Heimspiel 2012 am 7. Januar. Sport frei. (AD)

 

Kommentare  

 
+1 #4 Marte 2011-12-16 09:44
Wenn man Dinge zu gut macht, muss man diese immer wieder machen Atti !
Viel Spass dabei 8)
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0 #3 Robert 2011-12-15 11:12
Sehr guter Bericht,
"Advents-Assi-Hopse" find ich grandios!!!

Danke dafür

übrigens finde ich dass der JURIst zu gut in dem Bericht wegkommt, macht denn wirklich der letzte Punkt alles wett?

lg vom humpelndem
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0 #2 Reimann Jens 2011-12-15 06:59
6.55Uhr morgens und so ein Schmaus zu lesen Danke, denn es verzaubert mein Gesicht zu einem breiten Lächeln :-)
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+1 #1 Lars Hurtig 2011-12-13 15:57
... was für ein Spielbericht!!!
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